Wie fülle ich diesen Antrag für einen Pflegegrad aus? Wer unterstützt mich, wenn ich in Zukunft in einer eigenen Wohnung leben möchte? Wie gelingt es mir meinen Arbeitsplatz zu behalten, wenn bei mir eine chronische Krankheit eingetreten ist?

Für Fragen dieser Art wurde auch in Bergheim ein neues Angebot zur Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) gestartet. Als einer von 400 geförderten Standorten in der Bundesrepublik Deutschland können sich hier Menschen mit Behinderungen, Angehörige und von Behinderung bedrohte Menschen informieren und beraten lassen. Träger des Angebots in Bergheim ist der Verein Perspektive Rhein-Erft-Kreis e.V. Das Angebot wird unterstützt durch die lokalen Kooperationspartner der IKIB (Initiativkreis Inklusion in Bergheim e. V.), der Selbsthilfegruppe Handicap e.V., der Werft e. V., der St. Augustinus Behindertenhilfe gGmbH, dem Sozialdienst katholischer Frauen Rhein-Erft-Kreis e. V., der Alzheimer-Gesellschaft in Bergheim e. V., dem Selbsthilfe-Büro Rhein-Erft-Kreis (Der Paritätische NRW) und dem Behinderten-Freundeskreis e. V. der Stadt Bedburg. Das heißt, dass die schon im Vorfeld bestehende Zusammenarbeit der Kooperationspartner den Grundstein für zukünftige erfolgreiche Arbeit legte.

Die Arbeit der EUTB verfolgt das Ziel, die soziale, gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zu unterstützen. Neu sind dabei die Unabhängigkeit der Beratung von Leistungserbringern und Leistungsträgern sowie eine niedrigschwellige und ergebnisoffene Beratung mit dem betreffenden Menschen im Mittelpunkt. Die Betroffenen sollen selbstbestimmt und als Experten in eigener Sache ihre Entscheidungen treffen. Aus den bestehenden Angeboten werden Ratsuchenden gezielt Stellen und Wege genannt, ihre Ziele zu erreichen. Grundlage hierfür ist das Bundesteilhabegesetz auf Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention, initiiert und finanziell gefördert im Rahmen eines Pilot-Projekts durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Zunächst für 3 Jahre, bis Ende 2020 – mit Aussicht auf Verlängerung um 24 Monate.

Die Beraterinnen der EUTB in Bergheim sind Frau Tanja Schäfer und Frau Marion Meyer. Das Büro befindet sich auf der Südweststrasse 16 in 50126 Bergheim. Die Kolleginnen sind zentral per E-Mail unter Beratung@EUTB-Bergheim.de zu erreichen. Um das Beratungskonzept „Betroffene für Betroffene“ leben zu können, kann das Team bei Bedarf durch ehrenamtliche Co-Berater unterstützt werden. Weiterhin bietet Frau Schäfer Beratung in Gebärdensprache an.

Das Angebot ist für Ratsuchende kostenlos. Unter dem Motto „Eine für Alle“ können sich alle Betroffenen und Angehörige unverbindlich zu allen Themen der Teilhabe beraten lassen und erhalten bei Bedarf weitere Informationen zu spezialisierten Fachstellen. So gerüstet können dann z. B. bei den Leistungsträgern Anträge u. a. für Hilfsmittel, Pflege oder das persönliche Budget gestellt werden.

Weitere Standorte der EUTB im Rhein-Erft-Kreis sind in Frechen (Lebenshilfe Rhein-Erft-Kreis Süd gGmbH) sowie in Hürth (APK, Arbeitsgemeinschaft psychisch Kranke im Rhein-Erft-Kreis e. V.). Zusammen mit der Perspektive Rhein-Erft-Kreis e.V. stellen diese Träger den Kooperationsverbund des Rhein-Erft-Kreis dar.

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