Bedburg, Bergheim und Elsdorf heben Deutschlands erstes interkommunales
und digitales Gemeinschaftsstadtwerk aus der Taufe.

Auf der heutigen Pressekonferenz haben und die Bürgermeister der Städte Bergheim und Bedburg sowie der Geschäftstführer Dr. Matthias Betsch, uns noch kurz ein pesönliches Statement gegeben. Bürgermeister Andreas Heller aus Elsdorf hatte leider eine dringenden Anschluß-Termin.

 

Bedburg/Bergheim/Elsdorf.

Ambitionierte Klimaschutzziele gemeinsam lokal umsetzen: Das ist
nur ein Ziel der neuen Stadtwerke Erft GmbH. Sie werden nach den gefassten Ratsbeschlüssen in
Bedburg, Bergheim und Elsdorf nun offiziell gegründet.
„Die neuen Stadtwerke Erft sind aber nicht nur Treiber der lokalen Energiewende und Versorger für
rund 110.000 Bürgerinnen und Bürger in den drei Städten. Damit entsteht auch Deutschlands erstes
interkommunales und digitales Gemeinschaftsstadtwerk“, freut sich Bergheims Bürgermeister
Volker Mießeler. Auch die Städte Bedburg und Elsdorf sehen dem interkommunalen
Zusammenschluss positiv entgegen. Andreas Heller, Bürgermeister der Stadt Elsdorf: „Mit dem
Schulterschluss setzen wir ein wichtiges Signal. Denn damit schaffen wir gemeinsam die Basis für
eine zukunftsweisende Versorgung.“ Sascha Solbach, Bürgermeister in Bedburg, ergänzt: „Mit dem
gemeinsamen Stadtwerk setzen wir digitale Versorgungsziele kommunal und gemeinsam vor Ort
um. Eine echte Win-win-win- Situation für unsere drei Städte.“

Ein innovatives Stadtwerk mit regionaler Ausrichtung.

Der Gründung gingen intensive Vorarbeiten, viele Gespräche und politische Entscheidungen in den
letzten Monaten voraus. Herausgekommen ist ein innovatives interkommunales Modell für eine
dauerhafte und nachhaltige Zusammenarbeit in der Region: Die künftigen Stadtwerke Erft, mit
klaren Zielen. „Ein Musterbeispiel für interkommunale Gestaltungskraft“, sagt der
projektbegleitende Rechtsanwalt Martin Brück von Oertzen, Partner der Kanzlei Wolter
Hoppenberg. „Wir setzen auf regionale Wertschöpfung und sichere Versorgung in der Region“,
macht Dr. Matthias Betsch, Geschäftsführer der Stadtwerke Bergheim, deutlich. Mit den neuen
Stadtwerken, an denen die Kreisstadt Bergheim knapp unter 50 % und Bedburg und Elsdorf jeweils
einen knapp über 25-prozentigen Anteil halten werden und die sich damit vollständig in kommunaler
Hand befinden werden, werden auch Arbeitsplätze gesichert. „Mit unserem einzigartigen Modell
berücksichtigen wir energiesensible Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Deren Anforderungen
mit der Energiewende zu vereinen, ist ein weiteres wichtiges Element der neuen Stadtwerke Erft“,
so Dr. Betsch.

Effektiv und effizient sein: Dass wollen die Stadtwerke Erft mit konsequentem Einsatz digital
gestützter Werkzeuge und Prozesse erreichen. Darum erfolgt in der Startphase eine Kooperation mit
der SME Management GmbH, die auch Betreiber des QUIRINUS Forums in Elsdorf-Heppendorf
ist. Die SME hat in diversen Innovationsprojekten wegweisende Schritte zur Realisierung des
regionalen Energieversorgungssystems auf den Weg gebracht. Der Hintergrund: Die
Energiezeugung der nahen Zukunft wird immer dezentraler werden und sich vom bisherigen Modell
großer, zentraler Kraftwerke grundlegend unterscheiden, Stichwort „Kraftraum :terra nova“. – 2 –
Ein wichtiger Partner innerhalb der Neugründung ist die Westenergie als langjähriger Dienstleister
und Netzbetreiber in den Kommunen. Das Unternehmen wird seinen regionsspezifischen,
technischen Datenpool sowie seine Expertise für das vorhandene Netzwerk in den Sparten Strom,
Gas und Wasser einbringen. Oliver Henrichs, Personalvorstand der Westenergie, sagt: „Wir
möchten die Energiewende für die Bürger greifbar gestalten und schätzen sehr, dass wir mit den
bekannten kommunalen Partnern der Region weiter zusammenarbeiten.“

Versorgungssicherheit in einem neuen Umfeld.

„Die schwankenden Leistungen lokaler Einspeiser – beispielsweise Windparks oder
Solarkraftwerke – stabil ins Stromnetz zu bringen, das ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Nur so
können wir Versorgungssicherheit auch in einem neuen Umfeld ohne große Kraftwerke realisieren“,
erläutert Bergheims Bürgermeister Mießeler. Unter dem Projektnamen hat SME dazu schon viele
Kräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft gebündelt. „Darum ist SME für uns ein wichtiger Partner“,
ergänzt der Elsdorfer Bürgermeister Heller.
„Wir freuen uns, unsere Erfahrung aus dem Bereich des regionalen Energiemanagements einbringen
zu können. In den Stadtwerken Erft entsteht beim zu erwartenden sehr dynamischen
Energiewendeprozess durch den Einsatz intelligenter Prognose- und Planungstools ein
ausbalanciertes System, was energetisch sicher ist, überproportionalen Netzausbau verhindert und
gleichzeitig die Umwelt schont. Darüber hinaus entstehen eine Vielzahl an hochwertigen
Arbeitsplätzen in der Region. Die erforderliche Weiterqualifizierung findet teils über unsere
Akademie statt“, so Kurt Vetten, geschäftsführender Gesellschafter der SME.

Wie geht es weiter?
Nach erfolgreicher Gründung der Stadtwerke Erft GmbH folgt eine Anlaufphase. Während dieser
Zeit werden die Stadtwerke Bergheim und SME federführend das künftige Unternehmen Stadtwerke
Erft GmbH verwirklichen. Sitz der Gesellschaft und Arbeitsstelle für die künftigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter wird die Kreisstadt Bergheim. „Mittelfristig wollen wir uns im interkommunalen
Kompetenzareal INKA ansiedeln. So setzen wir die in den neuen Stadtwerken Erft gebündelten,
interkommunalen Ansätze vor Ort um“, ist Matthias Betsch sicher.

Digitale Energiedienstleistungen als wichtiger Baustein des Strukturwandels
„Die drei beteiligten Kommunen haben wichtige Ziele ins Lastenheft der Stadtwerke Erft GmbH
geschrieben. Neben Strom- und Gasvertrieb sollen digitale Energiedienstleistungen im Fokus
stehen. Damit werden innovative Lösungen angeboten und die andernorts nur beabsichtigte
Digitalisierung konsequent umgesetzt“, so Bedburgs Bürgermeister Solbach. Konsequenter ITEinsatz und Datennutzung, sollen Maßstäbe in der Entwicklung der regionalen Energiesystem- und
sonstigen Versorgungsstrukturen setzen. „So legen wir den wichtigsten Grundstein für die
Energiewende und den Strukturwandel vor Ort“, ist sich Elsdorfs Bürgermeister Heller sicher.
Während die bisherigen kommunalen Projekte wie beispielsweise der Windpark Paffendorf und der
Solarpark Zieverich in den jeweiligen Kommunen bleiben, gibt es auch bei der Wasserversorgung
eine Neuerung. Dr. Betsch: „Die Stadtwerke Erft werden sich an der zukünftigen
„Wassernetzgesellschaft Nordkreis“ in Kooperation mit der Westenergie AG beteiligen. Dann
können alle drei Kommunen erstmals über die Wirtschaftspläne der Gesellschaft Einfluss auf die
Entwicklung der Wasserversorgungsinfrastrukturen nehmen.“

Weitere Kommunen können sich beteiligen

Zuletzt sollen die wirtschaftlichen, strukturellen und klimapolitischen Vorteile für die beteiligten
Kommunen nicht nur eine zukunftsfähige Entwicklung von Stadt und Region sichern. „Unser Ziel
ist ein nachhaltiges, stabiles Stadtwerk zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.

Wir stellen uns den lokalen und regionalen Herausforderungen in Sachen Klimaschutz, Energiewende und Strukturwandel. Und wir sind offen für die Beteiligung weiterer Kommunen. Denn wir wollen uns
gemeinsam auf den Weg machen in eine lokal orientierte, sichere und durchdacht digitalisierte
Versorgung der Zukunft“, schließt Bürgermeister Mießeler.

Für die Kommunen eine rentierliche Investition

Für die Gründung der gemeinsamen Stadtwerke Erft GmbH und die Beteiligung am Wassernetz sind
seitens der Kommunen Investitionsmittel erforderlich, die sich jedoch rentieren werden. Die
Geschäftsprognosen weisen Rückflüsse aus den Stadtwerken Erft GmbH an die Kommunen aus, die
die Kapitaldienstkosten deutlich übersteigen werden. Eine Belastung der Steuerzahlerinnen und
Steuerzahler aus dieser Geschäftsgründung ist somit nicht zu erwarten. Mittel- und langfristig
rechnen die Kommunen sogar mit Überschüssen aus den neuen Geschäftsfeldern, die zu einer
Stabilisierung der kommunalen Haushalte beitragen werden.

 

Quelle:

Gemeinsame Presseerklärung der Städte Bergheim, Bedburg und Elsdorf

 

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